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Historische Techniken

Das Wissen um historische Techniken

und den Umgang mit alter Bausubstanz

 

In der Phase des Wiederaufbaus nach dem zweiten Weltkrieg erfuhr das Handwerk eine weitgehende Entfremdung zur alten Bausubstanz, zu historischen Baumaterialien und traditionellen Techniken. Die schnelle Schaffung von Wohnraum und Arbeitsstätten hatte Priorität. Unter den Zielvorgaben „preiswert, pflegeleicht und schnell“ herrschte ein riesiger Neubauboom. Die Pflege und Instandhaltung von Gebäuden hatte keine wesentliche Bedeutung. Wenn überhaupt, beschränkten sich Denkmalschutz und Denkmalpflege auf herausragende Baudenkmäler wie Burgen, Schlösser, Kirchen, Rathäuser usw. Viel Wissen und handwerkliches Können ging verloren.

 

1975 wurde schließlich das Jahr des Denkmalschutzes ausgerufen. Bis 1981 wurden dann in den alten Bundesländern Denkmalschutzgesetze erlassen. In diesen Gesetzen wurde der Denkmalbegriff neu definiert. Über die herausragenden Bauwerke hinaus wurden nun auch ländliche und städtische Gebäudeensembles, technische Denkmäler und Gebäude weiterer Epochen in den Denkmalschutz einbezogen. Das gewachsene gesellschaftliche Interesse an historischen Bauten und die Bereitschaft, in ihre Erhaltung zu investieren, wurden und werden seitens des Staates durch verschiedene Maßnahmen unterstützt. Städtebauförderung, Dorferneuerung, Zuschüsse der Denkmalpflegebehörden, Förderung bei der Modernisierung von Wohnungen, Gewährung von Steuervorteilen.

 

1986 konnten die ersten Handwerksmeister nach erfolgreich abgelegter Prüfung mit der Urkunde „Geprüfter Restaurator im Handwerk“ durch die Handwerkskammern Kassel und Münster ausgezeichnet werden. Heute ist die Fortbildung zum Restaurator im Handwerk ein umfangreiches, intensives berufsbegleitendes Aufbaustudium. Qualifizierte und engagierte Handwerksmeister besuchen in ihrer Freizeit zwei Jahre lang die Fortbildungszentren und absolvieren auf eigene Kosten ihre Abschlussprüfung.